Physalis

Die Physalis ist eine Pflanze, die zur Familie der Nachtschattengewächse gehört. Sie hat eine orangefarbene Frucht mit einem Durchmesser von rund zwei Zentimeter, die essbar ist. Botanisch betrachtet handelt es sich bei dieser Furcht um eine Beere.

Namensvielfalt der Physalis

Die Physalis ist unter vielen Namen bekannt. Sie wird auch Kapstachelbeere, Andenbeere, Andenkirsche oder Peruanische Blasenkirsche genannt. Vor allem ihre deutschen Bezeichnungen geben Aufschluss auf ihre Herkunft oder ihr Aussehen. Die ursprüngliche Heimat der Physalis ist Südamerika, wo sich auch die Anden befinden. In dieser Region wird die Frucht ebenfalls angebaut, was ihr diese Namen einbrachte und die Bezeichnungen Beere oder Kirsche sind eine Anlehnung an ihre Größe.

Um auf den Ursprung der Bezeichnung “Peruanische Blasenkirsche” zu kommen, muss man sich die Pflanze schon etwas näher ansehen. Während der erste Teil wieder ein Verweis auf das Anbaugebiet ist, kommt die Bezeichnung “Blasenkirsche” daher, dass die kleine Frucht mit etwa der Größe einer Kirsche, in einer Art Blase eingehüllt ist. Bei dieser Blase handelt es sich eigentlich um den Kelch, der sich bis zur Reife vergrößert und, die Frucht schützend umschließt. In seltenen Fällen wird die Physalis auch als “Judenkirsche” bezeichnet. Um auf den Ursprung dieses Namens zu kommen, muss man zurück ins Frühmittelalter gehen. Dort gab es für Juden bereits bestimmte Kleiderordnungen und die Farbe des Blütenkelchs erinnert an die Farbe der Hüte von damals. Die botanische Bezeichnung “Physalis” ist ebenfalls an die Form einer Blase angelehnt, denn Physalis ist die griechische Bezeichnung für “Blase”.

Herkunft: Von Südamerika nach Europa

Die Heimat der Kapstachelbeere ist das warme Südamerika. Dort wird sie vor allem in den Ländern Peru, Kolumbien, Bolivien und Ecuador kultiviert. Sie ist mittlerweile aber in allen Regionen von Südamerika zu finden, selbst wo es einen Winter gibt, da der Frost zwar die Pflanze absterben lässt, sich aus den Samen jedoch im nächsten Frühjahr neue Pflanzen entwickeln können. Die Kapstachelbeere wird in vielen Ländern Südamerikas bewusst kultiviert, sie kommt immer häufiger auch verwildert vor, da sie von Tieren verbreitet wird. Mittlerweile wird die Kapstachelbeere jedoch in vielen Teilen der Welt angebaut. Vor allem in wärmeren Regionen wie Indien oder Australien hat sie eine weitere Heimat gefunden. In Europa ist in Regionen, wo es zumindest einen warmen Sommer gibt, eine Kultivierung möglich. In Südostasien ist Physalis für seine antibakterielle Wirkung bereits bekannt und wird als Heilmedizin verwendet.1 Auch in Asien ist Physalis beheimatet.

Ein exotischer Geschmack

Von der Physalis wird die orangerote Frucht mit samt der Fruchthaut und den Samen gegessen. Nimmt man die Beere in den Mund hat man anfangs ein etwas pelziges Mundgefühl zumal sie auch leicht behaart ist. Außerdem ist sie von einer öligen Substanz umgeben, die dafür sorgt, dass sie im ersten Moment leicht bitter schmeckt. Beißt man die Frucht dann auf, eröffnet sich ein komplexes Bouquet an Aromen. Sie ist einerseits leicht säuerlich, was ihr einen frischen Geschmack gibt. Andererseits überwiegt der süße und fruchtige Geschmack. Genau diese Vielfalt an verschiedenen Geschmacksrichtungen, die fast alle Sinne im Mund anregen, machen die Kapstachelbeere zu einer beliebten Frucht für unterschiedliche Speisen. Durch ihre unterschiedlichen Aromen harmoniert sie nicht nur mit süßen Gerichten, sondern kann auch zu pikanten Speisen kombiniert werden, wo sie für eine exotische und fruchtige Note sorgt.

Inhaltsstoffe: Die Physalis als Vitaminbombe

Die Physalis ist vor allem reich an Vitamin C, das wichtig für den Körper und die Gesundheit ist. Sie enthält eine Reihe von antioxidativen Stoffen und dazu noch zahlreiche weitere Vitamine wie unter anderem Vitamin B1 und B6. Ein besonders wichtiger Inhaltsstoff ist das Beta-Carotin, das der Physalis ihre typisch leuchten orange Farbe gibt. Beta-Carotin wird später im menschlichen Körper zu Vitamin A verstoffwechselt. Zudem sind darin noch Spuren von anderen Vitaminen wie Vitamin E zu finden. Außerdem enthält die Kapstachelbeere auch geringe Mengen von Folsäure, die vor allem für Frauen sehr wichtig ist. Daneben beinhaltet eine Frucht einen hohen Eisenanteil sowie weiterer wichtiger Spurenelemente bzw. Mineralstoffe. Die Kapstachelbeere enthält auch kleinere Mengen an Kalzium sowie Proteine und ist arm an Fetten. Besonders hoch ist der Anteil an Kalium. In 100 g der frischen Frucht sind bis zu 170 mg Kalium enthalten.

Mit rund 200 g der Frucht kann der tägliche Bedarf an Kalium gedeckt werden. Der Anteil an Kalzium ist ebenfalls beachtlich, denn es sind im Schnitt 10 mg in 100 g der Frucht enthalten.

Zum Großteil besteht sie jedoch aus Wasser, wodurch sie eine kalorienarme Frucht ist. Rund 100 g der Frucht entspricht lediglich 53 Kalorien, wodurch sie auch ein gesunder Snack ist. Dennoch sind darin mit Linolsäure und Ölsäure zwei wichtige Fettsäuren enthalten. Aus diesem Grund sollte auch die ölhaltige Schicht, die die Frucht umgibt nicht abgerieben werden. Die Physalis hat einen hohen Mehrwert und die Pflanze kann von der Wurzel bis zur Frucht genutzt werden. Die Wurzeln und Blätter werden bereits in der Pharmaindustrie verwendet. Die Frucht ist süß und hat einen hohen Gehalt an Vitamin A, C, Eisen, Phosphor und Ballaststoffen.2

Hoch ist auch der Gehalt an Proteinen. Von 100 g Frucht entfallen alleine 16% rein auf unterschiedliche Proteine. Dadurch hat die Physalis mehr Proteine als 100 g Vollkorn. Wie andere Früchte auch enthält die Kapstachelbeereviele wichtige Ballaststoffe und unter anderem Pektin. Die Physalis gibt es nicht nur in frischer, sondern auch in getrockneter Form. Dort verliert sich zwar ein Teil der Vitamine, dafür bleiben die wichtigen Spurenelemente erhalten und sie bleibt eine ballaststoffreiche Frucht.

Nährwerttabelle der Physalis

Die folgenden Werte in der Nährwerttabelle gelten für 100 gramm rohen Physalis.

NährwertGehalt je 100 g
Kalorin53 (222 kJ)
Kohlenhydrate11,2 g
Fett0,7 g
Eiweiß1,9 g
Vitamin A0,22 μg
Vitamin C11 mg
Kalzium9 mg
Eisen1 mg
Phosphor40 mg
Wasser85,4 g3

Gesund und lecker

Es ist erstaunlich, dass eine so kleine Frucht so gesund sein kann. Vor allem das Vitamin C ist wichtig für den menschlichen Körper. Gemeinsam mit anderen Antioxidantien hält das Vitamin C in der Physalis den Körper jung und kann dazu beitragen, Alterserscheinungen zu verzögern. Das enthaltene Vitamin B1 ist vor allem für das Nervensystem unverzichtbar, denn es sorgt für eine positive Stimmung. Vitamin B1 muss dem Körper regelmäßig zugeführt werden, denn nur innerhalb von zwei Wochen ohne Vitamin B1 wären die Vorräte im Körper bis zur Hälfte aufgebraucht. Ein Mangel an dem ebenfalls enthaltenen Vitamin B6 kann zu Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen führen. Wiederum können die Nervenstränge betroffen sein und ein Mangel kann dazu führen, dass der Körper nicht mehr richtig wahrgenommen wird.

Besonders wichtig für den menschlichen Körper ist das Beta-Carotin. Wie bei vielen anderen Vitaminen auch kann der Körper nicht jedes selbst produzieren oder nicht in ausreichender Menge selbst herstellen. Dies ist auch beim Vitamin A der Fall zu dem das Beta-Carotin im Körper umgewandelt wird.

Vitamin A ist vor allem für die Sehfähigkeit sehr wichtig. Es sorgt dafür, dass die Haut ein gesundes Zellwachstum hat, und ist bei der Heilung von Knochen beteiligt. Zudem begünstigt es die Einlagerung von Eisen im Körper. Einige Physalis-Arten sind in die mexikanische Kultur fest verankert und gehören zu einem wichtigen Grundnahrungsmittel in der mexikanischen Ernährung. Mehrere Physalis Arten werden in Mexiko auch in der Volksmedizin verwendet. Vor allem zur Linderung von Infektionen in den Atemwegen und im Magen, gegen Fieber sowie als Blutdrucksenker wird Physalis eingesetzt.4

Physalis als Heilmittel gegen Krankheiten

Die Physalis – kleine Frucht mit großer Wirkung

Die goldgelbe Physalis, oft auch als Kapstachelbeere bezeichnet, ist ein wahrer Alleskönner. Nicht umsonst wird die Frucht oft auch als Superfood bezeichnet. So besitzt sie aufgrund ihres großen Reichtums an Vitaminen und Mineralstoffen zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit. Durch den hohen Proteinanteil werden Muskelaufbau und Zellwachstum stimuliert. Zudem wirkt die Frucht dadurch unterstützend beim Abnehmprozess. Weitere positive Wirkungen der Physalis sind ihr Schutz vor Zellschäden, die entzündungshemmende Wirkung, die Steigerung der Leistungsfähigkeit, die Verbesserung der Schlafqualität, das Verlangsamen des Alterungsprozesses sowie das Fördern des Stress-Abbaus.

Bei zahlreichen Krankheiten ist die positive Wirkung der Physalis bereits seit langem bekannt. Es gibt weltweit rund 120 verschiedene Physalis-Arten. In der traditionellen chinesischen Medizin wird Physalis bereits seit Jahrhunderten wegen seiner entzündungshemmend, husten-stillenden und Antitumorwirkung eingesetzt. Zusätzlich kann Physalis gegen den Vitamin-A-Mangel helfen und hat positive Wirkungen für das menschliche Immunsystem. Chronische Krankheiten können durch die Wirkstoffe von Physalis verzögert oder sogar verhindert werden. Auch gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebserkrankungen kann die Frucht heilend wirken.5

Diabetes

Durch die beiden in der Physalis enthaltenen essentiellen Fettsäuren Linolsäure und Ölsäure kann sie Schutz vor einer Insulinresistenz bieten. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Körperzellen deutlich weniger empfindlich auf Insulin. Sie tritt häufig beim Typ-2-Diabetes bzw. dessen Vorstufen auf. Zudem kann die Frucht den Blutzuckerspiegel stabilisieren, indem sie einen starken Anstieg des Blutzuckers nach dem Verzehr von Zucker und einfachen Kohlenhydraten verhindert. Dies ist möglich durch Hemmung einer enzymatischen Reaktion, die für den Abbau von Stärke und Zucker verantwortlich ist. Durch diesen Abbau wird normalerweise der Blutzuckerspiegel erhöht. Bei jüngeren Menschen konnte nach dem Verzehr von  Physalis der Blutzuckerspiegel nach gerade einmal 90 Minuten gesenkt werden. Das haben Forscher bei einer Studie nachweisen können.6

Hepatitis

Eine Hepatitis ist eine Leberentzündung, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden kann. Zu den häufigsten Ursachen zählen Viren, Alkohol, Zucker- und Fettstoffwechselstörungen sowie Medikamente. Grundsätzlich kann zwischen einer akuten und einer chronischen Hepatitis unterschieden werden. Die chronischen Verlaufsformen dauern dabei mehr als 6 Monate an. Typische Symptome einer Hepatitis sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit und unspezifische Oberbauchbeschwerden. Bisweilen tritt auch eine Gelbsucht auf. Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung kann die Physalis unterstützend bei einer Hepatitis eingesetzt werden.

Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselerkrankungen gehören mittlerweile zu den häufigsten Erkrankungen in den westlichen Industrieländern. Zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen zählen Übergewicht, Bluthochdruck, Gicht oder erhöhte Cholesterinwerte. Bei verschiedenen Stoffwechselerkrankungen wirkt sich der Verzehr von Physalis positiv aus. So kann die Frucht aufgrund ihres hohen Anteils an Pektinen den Cholesterinspiegel, insbesondere das schlechte LDL-Cholesterin, senken. Physalis eignen sich auch zum Abbau von Übergewicht. Zum einen sind sie sehr kalorienarm und zum anderen sorgen sie aufgrund ihres Ballaststoffanteils für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Durch das Aufquellen wird der Magen gefüllt, ohne dass zusätzliche Kalorien aufgenommen werden.

Asthma

Die zahlreichen Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe machen die Physalis zu einem beliebten Naturheilmittel bei Asthma. Hier macht man sich insbesondere die entzündungshemmenden Eigenschaften zunutze. Bei Asthma handelt es sich um eine chronische , entzündliche Erkrankung der Atemwege, die anfallsartig auftritt. Typische Symptome sind eine pfeifende Atmung, ein beengendes Gefühl in der Brust sowie Kurzatmigkeit. Es kann zwischen allergischem und nicht-allergischem Asthma unterschieden werden.

Rheuma

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung kann die Physalis auch bei rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Rheuma ist ein Überbegriff für mehrere Erkrankungen, die an den Organen des Bewegungsapparats auftreten. Sie führen meist zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis, die zu einer chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankung führt. Sie wird durch eine fehlgesteuerte Immunreaktion ausgelöst.

Unterstützung des Immunsystems

Durch den regelmäßigen Verzehr von Physalis kann das Immunsystem wirkungsvoll unterstützt werden. Erklären lässt sich dies durch den hohen Anteil an Vitaminen. Insbesondere die antioxidativ wirkenden Vitamine A, C und E spielen bei der Stärkung des Immunsystems eine entscheidende Rolle. Außerdem enthält die Physalis auch pflanzliche Antikörper, das sogenannte sekretorische IgA. Dieses kann das Immunsystem zusätzlich stärken. Ein funktionierendes Immunsystem ist lebenswichtig, denn es gewährleistet einen Schutz vor Krankheitserregern und körperfremden Stoffe. Ist das Immunsystem geschwächt, kommt es zum Ausbruch von Krankheiten.

Magenbeschwerden

Bei Magenbeschwerden kommt die Physalis gerne zum Einsatz. Die in der Frucht enthaltenen Kerne sind nämlich in der Lage, Stoffe, die Auslöser von Magenbeschwerden sind, zu binden und aus dem Körper zu schleusen. Magenbeschwerden äußern sich oft in Völlegefühl, Sodbrennen und Magenschmerzen. Sie können beispielsweise durch zu üppiges oder fettes Essen oder durch eine übermäßige Produktion von Magensäure ausgelöst werden.

Darmbeschwerden

Die Physalis zeigt auch bei Darmbeschwerden eine positive Wirkung. So kann sie sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung eingesetzt werden. Dies erklärt sich durch ihren hohen Ballaststoffanteil. Ballaststoffe, die sich bei Durchfall günstig auswirken, sind die sogenannten Pektine, die in der Physalis in großer Menge enthalten sind. Diese können die Erreger von Durchfallerkrankungen an sich binden und aus dem Körper transportieren. Bei der Behandlung von Verstopfungen macht man sich zunutze, dass die Ballaststoffe der Physalis sehr viel Wasser binden können. Dadurch wird das Volumen des Speisebreis im Darm vergrößert und die Darmbewegung wird gefördert. Auf diese Weise kann der Stuhl leichter ausgeschieden werden.

Harnwegserkrankungen

Bei Harnwegserkrankungen macht man sich oft die harntreibende Wirkung der Physalis zunutze. Eine der häufigsten Harnwegserkrankungen ist die Blasenentzündung. Ursachen ist hier meist eine durch E.coli-Darmbakterien ausgelöste Entzündung. Diese wandern über die Harnröhre bis in die Blase und verursachen dort das entzündliche Geschehen. Aufgrund der kürzeren Harnröhre sind hauptsächlich Frauen betroffen. Typische Symptome einer Blasenentzündung sind starker Harndrang, Brennen beim Wasserlassen sowie Schmerzen im Unterbauch.

Dank der harntreibenden Wirkung der Physalis können die schädlichen Keime leichter aus dem Körper ausgespült werden.

Physalis ist seit der Antike in Ägypten bekannt. Die Pflanze war früher von arabischen Ärzten hochgeschätzt und wurde als medizinische Pflanze zur Behandlung von Nierenerkrankungen und Harnwegserkrankungen genutzt.7

Krebs

Eine Studie hat herausgefunden, dass die Extrakte von Physalis bei der Behandlung und Vorbeugung verschiedener Krebserkrankungen wirksam sein können (Phyperunolid A, Phyperunolid B, Phyperunolid C, Phyperunolid D, Peruvianoxid, Phyperunolid E und Phyperunolid F). Genau genommen können Krebskrankheiten wie

  • Lungenkrebs,
  • Brustkrebs und
  • Leberkrebs

aktiv behandelt werden.8 Außerdem sind in der Physalis große Mengen an Withanoliden enthalten. Es handelt sich hierbei um natürliche chemische Verbindungen, die außer in der Physalis auch noch in anderen Nachtschattengewächsen wie Stechäpfeln oder Veilchensträuchern vorkommen. In zahlreichen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Withanolide krebsverhindernde Wirkungen aufweisen. So können diese den bei Krebserkrankungen meist maßgeblich beteiligten Tumor-Nekrose-Faktor alpha unterdrücken. Dadurch werden wiederum Prozesse in Gang gesetzt, die den Zelltod der Krebszelle fördern. Gleichzeitig wird die Metastasenbildung und Ausbreitung des Krebses im Körper unterdrückt.

Zellschäden

Die Physalis enthält eine Vielzahl an Antioxidantien wie Polyphenole und Carotinoide. Hierbei handelt es sich um natürliche Inhaltsstoffe, die in der Lage sind, die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen zu schützen. So können Körperzellen beispielsweise durch freie Radikale Schaden nehmen. Diese entstehen durch Stress, Zigarettenrauch oder beim Sonnenbaden. Enstehen diese freien Radikale im Übermaß, können gesundheitliche Probleme und Krebs entstehen. Durch regelmäßigen Verzehr von Physalis kann Zellschäden vorgebeugt werden. Zudem können Krankheiten, die durch oxidativen Stress entstehen, verhindert und geheilt werden.

Gicht

Die harntreibende Wirkung der Physalis erklärt ihren unterstützenden Einsatz bei Gicht. Bei der Gicht handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zuviel Harnsäure im Blut ansammelt. Dadurch können Harnsäurekristalle entstehen, die sich dann an verschiedenen Stellen im Körper wie Gelenken oder inneren Organen ablagern. Sobald die Harnsäurekonzentration einen bestimmten kritischen Wert überschritten hat, entsteht ein akuter Gichtanfall. Bei diesem entstehen plötzliche starke Schmerzen an einem Gelenk. Die schmerzende Stelle wird heiß und schwillt an. Typische Auslöser eines Gichtanfalls können übermäßiger Alkoholkonsum, die Aufnahme großer Mengen purinreicher Lebensmittel oder eine starke körperliche Anstrengung sein. Neben der harntreibenden Wirkung wird die Physalis auch wegen ihrer immunmodulatorischen Wirkung gerne bei Gicht eingesetzt. Aufgrund dieser Wirkung werden nämlich Proteine, die für Rötungen und Schwellungen bei einem Gichtanfall verantwortlich sind, bekämpft.

Nieren- und Blasensteine

Aufgrund ihrer harntreibenden Wirkung wird die Physalis auch gerne bei Nieren- und Blasensteinen sowie anderen Harnwegserkrankungen eingesetzt. Während Blasensteine ihren Ursprung im unteren Harntrakt, nämlich der Blase, haben, entstehen Nierensteine im oberen Bereich. Blasensteine können entstehen, sobald die Entleerung der Harnblase gestört ist. Dies ist beispielsweise bei einer Prostatavergrößerung der Fall. Dadurch, dass immer etwas Restharn in der Blase zurückbleibt, können Kristalle entstehen, die im Laufe der Zeit zu einem Stein heranwachsen. Nierensteine werden hingegen oft durch eine bestimmte Ernährungsweise hervorgerufen. So führt ein zu hoher Verzehr an Milchprodukten und Fleisch zu Kalziumsteinen, während Oxalatsteine durch übermäßige Zufuhr an oxalsäurereichen Lebensmitteln wie Spinat, Schokolade oder Kakao entstehen.

Die Physalis ist noch lange nicht als Heilmittel ausgeschöpft und Forscher überarbeiten die Pflanze noch heute und versuchen die Strukturen für medizinische zwecke zu verbessern und das beste aus der Physalis herauszuholen. Auch die Extrakte aus den getrockneten Stämmen und Blättern bringen immer wieder neue Wirkstoffe hervor.9

Die Wirkung von Physalis

Dass Physalis effektiv gegen Verdauungsstörungen wirken, gilt als allgemein bekannt. Zudem sind die Früchte eine Quelle für viele verschiedene Vitamine und Nährstoffe, darunter Beta-Carotin, Vitamin C, Protein und sogar Phosphor. Aus diesem Grund sind sie nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Behandlung leicher Erkältungssymptome geeignet. Aufgrund des hohen Proteingehalts unterstützt Physalis darüber hinaus den Muskelaufbau und bringt außerdem Ihren Stoffwechsel in Schwung.

Vor allem für sportliche Menschen interessant: Die Physalis führt zu einem deutlich schnelleren Fortschritt hinsichtlich Ihrer Kondition, Ihrer Körperform und Ihrer Ausdauer. Der hohe Phosphorgehalt stärkt die Struktur der Knochen und fördert die Gesundheit der Zähne.

Die winzigen Samen der Frucht haben eine leicht abführende Wirkung, weshalb die Physalis Ihnen auch bei Verdauungsstörungen und speziell gegen Verstopfungen helfen kann. Dass die gelben Beeren vielerorts als natürliches Heilmittel bekannt sind, ist kein Wunder. So sind sie zum Beispiel gut für die Augen, weil sie viel Carotin enthalten. Gegen Augenerkrankungen, besonders im hohen Alter, können die Wirkstoffe von Physalis vorbeugend wirken. Dies wurde in einer Studie über die Wirkung von Physalis herausgefunden.10 Auch sonst steckt die Frucht voller antioxidativer Substanzen, welche Ihrem Körper dabei helfen können, Giftstoffe auszuscheiden und zu entschlacken.

Verschiedene Physalisarten sind weltweit in die traditionellen Medizinsysteme integriert. Dies ist nicht überraschend, da das enthaltene Hexenoide eine große Vielfalt an biologischen Eigenschaften besitzen: Es wirkt

  • antibakteriell,
  • antitumorale,
  • entzündungshemmende
  • zytostatische
  • immunomodulatorische,
  • hepatoprotektive
  • antioxidative und
  • antifeedative11

Getrocknete Beeren verstärken außerdem Ihr Immunsystem und senken aufgrund der enthaltenen Withanolide den Tumor-Nekrose-Faktor. Physalis aktiviert Gene, welche bei bösartigen Zellen einen sogenannten “Zelltod” einleiten können. Dadurch wird die Bildung von weiteren Metastasen gehemmt. Sogar gegen Stress wirkt die kleine Beere wahre Wunder! Vitamin B und Melatonin sorgen für eine reduzierte Wirkung von Stresshormonen. Zudem stärken Physalis die Gesundheit der Nerven und wirken effektiv gegen Müdigkeit, Reizbarkeit und sogar Depressionen. Da Melatonin einen großen Einfluss auf Ihren Tag-Nach-Rhythmus hat, kann Ihr Körper durch die Einnahme außerdem gegen Alzheimer und Demenz geschützt werden.

Die Beere gilt allgemein als “Super Food”, weil ihr Verzehr dem Körper nachweislich Energie liefert und gut für das Wohlbefinden ist. Neben dem positiven Einfluss auf Ihre Organe verbessert die Frucht auch das allgemeine Wohlbefinden nachhaltig. Als Heilmittel ist Physalis in China bereits breit gestreut und hat sich als Volksmedizin durchgesetzt. Es findet Anwendung bei der Behandlung von Halsschmerzen, Bronchitis und Mumps.12

So hilft Physalis beim Abnehmen

Die Frucht gilt nicht nur als Vitaminbombe und Soulfood, sondern kann Ihnen auch beim gesunden Abnehmen helfen. Weil sie die Verdauung anregt und lange satt macht, ist sie der optimale Unterstützer bei einer Diät oder Ernährungsumstellung. Zudem wird der Stoffwechsel angekurbelt, was zu einer höheren Fettverbrennung führt. Für eine erfolgreiche Diät sind besonders Antioxidantien und Ballaststoffe wichtig – beides Stoffe, die in der Beere enthalten sind.

Eine hohe Menge an Ballaststoffen sorgen zudem dafür, dass Sie sich lange satt fühlen. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Die Stoffe binden flüssige Bestandteile aus der Nahrung. Dadurch quellen sie im Verdauungstrakt auf und füllen den Magen. Dadurch entsteht ein leichtes Völlegefühl; der Wunsch nach Nahrung geht zurück, weil Sie sich gesättigt fühlen. Wer weniger isst, der reduziert die Kalorienzufuhr und nimmt dadurch mit der Zeit ab – das ist nicht neu. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Wenn Sie Heißhunger auf Süßes verspüren, können Sie ganz ohne schlechtes Gewissen zu einer Hand voll Physalis greifen. Damit Stillen die nicht nur die Lust auf Naschereien, sondern tun Ihrem Körper auch noch etwas Gutes. Physalis sind eine optimale Ergänzung zu so gut wie jeder erdenklichen Diätform, weil sie gut verträglich und gesund sind.

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  1. Phytochemistry Letters, Xu X.-M./Guan Y.-Z. (2016): Withaphysalin-type withanolides from Physalis minima. Band/Heft 15, S. 1-6
  2. General aspects of physalis cultivation, Muniz J./Kretzschmar A. (2014): General aspects of physalis cultivation. Band/Heft 44, 6, S. 964-970
  3. www.nutritiondata.self.com/facts/fruits-and-fruit-juices/1926/2/ (Abruf 21. August 2018)
  4. Planta Med, Maldonado E./Torres F. (2004): 18-Acetoxywithanolides from Physalis chenopodifolia. Band/Heft 70, 1, S. 59-64
  5. Journal of agricultural and food chemistry, Wen X./Hempel J. (2017): Carotenoids and Carotenoid Esters of Red and Yellow Physalis (Physalis alkekengi L. and P. pubescens L.) Fruits and Calyces. Band/Heft 65, 30, S. 6140-6151
  6. Food Research International, Puente L./Claudia A. (2011): Physalis peruviana Linnaeus, the multiple properties of a highly functional fruit: A review. Band/Heft 44, 7, S. 1733-1740
  7. Fruits, El Sheikha A./Piombo G. (2010): Main composition of Physalis (Physalis pubescens L.) fruit juice from Egypt. Band/Heft 65, 4, S. 255-265
  8. Food Chemistry, Lan Y.-H./Chang F.-R. (2009): New cytotoxic withanolides from Physalis peruviana. Band/Heft 116, 2, S. 462-469
  9. SCIENTIFIC REPORTS, Sun CP./Qiu CY. (2017): Physalins V-IX, 16,24-cyclo-13, 14-seco withanolides from Physalis angulata and their antiproliferative and anti-inflammatory activities. Band/Heft 7, 1, S. 1-10
  10. Journal of agricultural and food chemistry, Wen X./Hempel J. (2017): Carotenoids and Carotenoid Esters of Red and Yellow Physalis (Physalis alkekengi L. and P. pubescens L.) Fruits and Calyces. Band/Heft 65, 30, S. 6140-6151
  11. Planta Med, Maldonado E./Alvarado V. (2005): Androstane and Withanolides from Physalis cinerascens. Band/Heft 71, 6, S. 548-553
  12. Inflammation, Li R.-J./Goa C.-Y. (2017): The Anti-inflammatory Activities of Two Major Withanolides from Physalis minima Via Acting on NF-κB, STAT3, and HO-1 in LPS-Stimulated RAW264.7 Cells. Band/Heft 40, 2, S. 401-413